Thursday, December 29, 2016

Tortillas zu jeder Mahlzeit und mehr...

Da leider nicht der gesamte Artikel in die Niederlebe Zeitung gepasst hat, ist hier noch mal mein Artikel. Dieses mal ungekürzt.

In kurzer Zeit folgen auch noch neue Bilder :)



Tortillas zu jeder Mahlzeit


Ich bin jetzt schon seit fast 4 ½ Monaten in Mexiko. Ja, Mexiko. Es ist schon anders hier. Also sehr anders, um genau zu sein.
Bevor ich aber zu meinen Erfahrungen komme, die ich hier in Mexiko gesammelt habe, erzähle ich euch erst mal ein bisschen von meiner Gastfamilie und Arbeit.
Ich lebe in San Juan Tilcuautla, das ist ein kleines Dorf in dem Staat Hidalgo. Hier wohnen nur so circa 3000 Leute, aber das bin ich ja gewohnt. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastvater David, meiner Gastmutter Lourdes, meinem Gastbruder Nestor (13) und meiner Gastschwester Alba (12). Mit meiner kleinen Gastschwester teile ich mir hier ein Zimmer. Auch eine ganz neue Erfahrung, aber mit uns beiden klappt das ziemlich gut.
Oh, wen ich natürlich auch nicht vergessen darf ist unser Hund Pachon. Mein Liebling. Mit ihm gehe ich öfters mal spazieren, dazu brauche ich auch weder Leine noch Halsband, er läuft einfach hinter mir her, weil er „seinen Menschen“ so sehr vertraut.
Nun zu dem was ich hier eigentlich in Mexiko mache. Im Juli habe ich in Deutschland mein Abitur gemacht und wollte danach wieder ins Ausland (13/14 Auslandsjahr in Michigan, USA) und ich wollte eine neue Sprache lernen.
Jetzt bin ich hier in Mexiko mit dem weltwärts-Programm und der Entsendeorganisation AFS. Es ist ein sogenannter Freiwilligendienst, also so ähnlich wie ein FSJ nur im Ausland. In Tilcuautla unterrichte ich an einer Sekundarschule, sowie an einem Kindergarten Englisch. Es sind beides öffentliche Schulen, deswegen gibt es nicht so viele bis keinen Englischlehrer und sie sind wirklich auf uns Freiwillige angewiesen.
Zusammen mit mir sind insgesamt 38 Deutsche in Mexiko als Freiwillige unterwegs, in meiner Region alleine sind wir schon 8 Deutsche.

Die Landschaft in Mexiko ist einfach atemberaubend. Es gibt so viele Berge, was ich vorher halt nicht so gekannt habe. Aber achja, was vielleicht auch ganz interessant ist. Ja, ich bin in Mexiko, aber das heißt nicht, dass es hier immer schön warm ist und ich die ganze Zeit in T-Shirt und kurzer Hose herumlaufen kann. Im Gegenteil: Morgens und abends/nachts ist es kalt. Vor allem jetzt ist es ziemlich kalt. Mittags wird es schon wärmer, aber es ist auch kein Wetter für eine kurze Hose.
Kälte an sich ist ja nicht so schlimm, doch leider gibt es in Mexiko keine Heizungen, das heißt, dass es im Haus eigentlich genauso kalt ist wie draußen. Man geht also zur Arbeit, friert den ganzen Tag, weil die Klassenräume auch kalt sind, kommt nach Hause und im Haus ist es immer noch kalt.
Aber ich möchte mich hier nicht beschweren, das ist einfach ein anderen Lebensstil und die Freiwilligen, die in Merida oder Yucatan leben, die haben auch immer gutes Wetter und bestimmt kein Problem mit der Kälte.
Aber ich bin mir sehr sicher, dass wenn ich wieder nach Deutschland zurück komme, meine Heizung umso mehr wertschätzen werde, wenn es mal wieder kalt wird.

Das mexikanische Essen. Tortillas über alles. Bei jeder Mahlzeit stehen Tortillas auf dem Tisch. Am Anfang hatte ich echt keine Ahnung was ich damit machen soll bis ich gemerkt habe, dass die Mexikaner einfach alles in die Tortilla füllen was sie wollen und fertig ist der Taco. Hier habe ich auch viele neue Gerichte kennengelernt und hoffe einige davon mit nach Deutschland zu bringen. Scharf wird natürlich auch gegessen und langsam aber sicher gewöhne ich mich an die Schärfe und nehme auch schon mal etwas mehr Salsa.
Genauso langsam aber sicher wird mein Spanisch immer besser. Als ich hier ankam, war das Einzige was ich sagen konnte „Hola. Me llamo Tessa.“ und das war's, aber jetzt läuft es schon fast wie geschmiert. Mein Gastvater spricht noch manchmal Englisch mit mir, aber nur weil er ab und zu in den USA arbeitet und er sein Englisch verbessern will. Wir helfen uns also gegenseitig.
Ich bin sehr froh eine so tolle und gut zu mir passende Gastfamilie bekommen zu haben. Sie passen immer auf mich auf auch, wenn Hidalgo einer der sichersten Staaten ist. (Die ganzen Vorurteile über Mexiko und Mexikanern stimmen nämlich nicht überall in Mexiko)

Was auf jeden Fall auch eine große Umstellung war, ist die ganz Aufmerksamkeit, die man hier bekommt. Es gibt in Mexiko nicht wirklich Menschen mit blonden Haaren, weshalb ich natürlich immer umso mehr auffalle. Es kommt schon einmal vor, dass uns hinterher gepfiffen oder gerufen wird. Aber daran gewöhnt man sich und irgendwann ignoriert man es einfach. Man hat es als Deutsche/r auf jeden Fall leicht in Mexiko, man bekommt freien Eintritt in eine Disko und, und, und. Für uns wird meistens schnell alles hergerichtet. Es ist schon ein schönes Gefühl, hier sind wir etwas „besonderes“, obwohl wir uns gar nicht als etwas besonderes fühlen.

So nun möchte ich euch allen noch einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.

Und Grüße gehen natürlich an alle meine fleißigen Leser. Vielen Dank!


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