Da leider nicht der gesamte Artikel in die Niederlebe Zeitung gepasst hat, ist hier noch mal mein Artikel. Dieses mal ungekürzt.
In kurzer Zeit folgen auch noch neue Bilder :)
Tortillas zu jeder Mahlzeit
Ich
bin jetzt schon seit fast 4 ½ Monaten in Mexiko. Ja, Mexiko. Es ist
schon anders hier. Also sehr anders, um genau zu sein.
Bevor
ich aber zu meinen Erfahrungen komme, die ich hier in Mexiko
gesammelt habe, erzähle ich euch erst mal ein bisschen von meiner
Gastfamilie und Arbeit.
Ich
lebe in San Juan Tilcuautla, das ist ein kleines Dorf in dem Staat
Hidalgo. Hier wohnen nur so circa 3000 Leute, aber das bin ich ja
gewohnt. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastvater David, meiner
Gastmutter Lourdes, meinem Gastbruder Nestor (13) und meiner
Gastschwester Alba (12). Mit meiner kleinen Gastschwester teile ich
mir hier ein Zimmer. Auch eine ganz neue Erfahrung, aber mit uns
beiden klappt das ziemlich gut.
Oh,
wen ich natürlich auch nicht vergessen darf ist unser Hund Pachon.
Mein Liebling. Mit ihm gehe ich öfters mal spazieren, dazu brauche
ich auch weder Leine noch Halsband, er läuft einfach hinter mir her,
weil er „seinen Menschen“ so sehr vertraut.
Nun zu
dem was ich hier eigentlich in Mexiko mache. Im Juli habe ich in
Deutschland mein Abitur gemacht und wollte danach wieder ins Ausland
(13/14 Auslandsjahr in Michigan, USA) und ich wollte eine neue
Sprache lernen.
Jetzt
bin ich hier in Mexiko mit dem weltwärts-Programm und der
Entsendeorganisation AFS. Es ist ein sogenannter Freiwilligendienst,
also so ähnlich wie ein FSJ nur im Ausland. In Tilcuautla
unterrichte ich an einer Sekundarschule, sowie an einem Kindergarten
Englisch. Es sind beides öffentliche Schulen, deswegen gibt es nicht
so viele bis keinen Englischlehrer und sie sind wirklich auf uns
Freiwillige angewiesen.
Zusammen
mit mir sind insgesamt 38 Deutsche in Mexiko als Freiwillige
unterwegs, in meiner Region alleine sind wir schon 8 Deutsche.
Die
Landschaft in Mexiko ist einfach atemberaubend. Es gibt so viele
Berge, was ich vorher halt nicht so gekannt habe. Aber achja, was
vielleicht auch ganz interessant ist. Ja, ich bin in Mexiko, aber das
heißt nicht, dass es hier immer schön warm ist und ich die ganze
Zeit in T-Shirt und kurzer Hose herumlaufen kann. Im Gegenteil:
Morgens und abends/nachts ist es kalt. Vor allem jetzt ist es
ziemlich kalt. Mittags wird es schon wärmer, aber es ist auch kein
Wetter für eine kurze Hose.
Kälte
an sich ist ja nicht so schlimm, doch leider gibt es in Mexiko keine
Heizungen, das heißt, dass es im Haus eigentlich genauso kalt ist
wie draußen. Man geht also zur Arbeit, friert den ganzen Tag, weil
die Klassenräume auch kalt sind, kommt nach Hause und im Haus ist es
immer noch kalt.
Aber
ich möchte mich hier nicht beschweren, das ist einfach ein anderen
Lebensstil und die Freiwilligen, die in Merida oder Yucatan leben,
die haben auch immer gutes Wetter und bestimmt kein Problem mit der
Kälte.
Aber
ich bin mir sehr sicher, dass wenn ich wieder nach Deutschland zurück
komme, meine Heizung umso mehr wertschätzen werde, wenn es mal
wieder kalt wird.
Das
mexikanische Essen. Tortillas über alles. Bei jeder Mahlzeit stehen
Tortillas auf dem Tisch. Am Anfang hatte ich echt keine Ahnung was
ich damit machen soll bis ich gemerkt habe, dass die Mexikaner
einfach alles in die Tortilla füllen was sie wollen und fertig ist
der Taco. Hier habe ich auch viele neue Gerichte kennengelernt und
hoffe einige davon mit nach Deutschland zu bringen. Scharf wird
natürlich auch gegessen und langsam aber sicher gewöhne ich mich an
die Schärfe und nehme auch schon mal etwas mehr Salsa.
Genauso
langsam aber sicher wird mein Spanisch immer besser. Als ich hier
ankam, war das Einzige was ich sagen konnte „Hola. Me llamo Tessa.“
und das war's, aber jetzt läuft es schon fast wie geschmiert. Mein
Gastvater spricht noch manchmal Englisch mit mir, aber nur weil er ab
und zu in den USA arbeitet und er sein Englisch verbessern will. Wir
helfen uns also gegenseitig.
Ich
bin sehr froh eine so tolle und gut zu mir passende Gastfamilie
bekommen zu haben. Sie passen immer auf mich auf auch, wenn Hidalgo
einer der sichersten Staaten ist. (Die ganzen Vorurteile über Mexiko
und Mexikanern stimmen nämlich nicht überall in Mexiko)
Was
auf jeden Fall auch eine große Umstellung war, ist die ganz
Aufmerksamkeit, die man hier bekommt. Es gibt in Mexiko nicht
wirklich Menschen mit blonden Haaren, weshalb ich natürlich immer
umso mehr auffalle. Es kommt schon einmal vor, dass uns hinterher
gepfiffen oder gerufen wird. Aber daran gewöhnt man sich und
irgendwann ignoriert man es einfach. Man hat es als Deutsche/r auf
jeden Fall leicht in Mexiko, man bekommt freien Eintritt in eine
Disko und, und, und. Für uns wird meistens schnell alles
hergerichtet. Es ist schon ein schönes Gefühl, hier sind wir etwas
„besonderes“, obwohl wir uns gar nicht als etwas besonderes
fühlen.
So nun
möchte ich euch allen noch einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.
Und Grüße gehen natürlich an alle meine fleißigen Leser. Vielen Dank!
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